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Google, RSS und Suchmaschinen-Optimierung

RSS ist ein sehr technischer Begriff. Es geht darum, dass Blogs und andere Webpräsenzen einen regelmäßigen Fluss von Nachrichten erzeugen und diesen für besondere Lesemöglichkeiten aufbereiten. Wer einen RSS-Reader – wie den Google Reader – verwendet, der kann die aktuellen Inhalte einer Webpräsenz bekommen, ohne die Webpräsenz direkt zu besuchen. Nun hat Google beschlossen, diesen sehr wichtigen RSS-Reader nicht mehr zu unterstützen. Ab 1. Juli soll der Google Reader offline gehen; was bedeutet dies für die Suchmaschinen-Optimierung und wie kann die Entscheidung von Google interpretieren?

Google ist bekannt dafür, dass Dienste, die nicht recht akzeptiert werden, schnell eingestellt werden. Bevor mit Google+ ein neues soziales Netzwerk aufgebaut wurde, gab es etliche Dienste, die als Experimentierfeld genutzt wurden, dann aber wegen geringer Akzeptanz aufgegeben wurden. Geringe Akzeptanz, das kann man sich beim Google Reader nicht so recht vorstellen. Zwar wird die Anzahl der Intensivnutzer von RSS-Nachrichten überschaubar sein, aber bei diesen Nutzern ist der Reader sehr populär. Mehrfach täglich wird er aufgerufen, man bekommt die neueste Beiträge von Blogs und von Recherchequellen wie Google Alters (oder auch Google News) gezeigt und kann die Beiträge kennzeichnen oder dazu nutzen, über sie zu bloggen oder auf andere Art zu verbreiten. Fragt man die Nutzer nach ihrer Bewertung des Readers von Google, dann kommen oft nur Bestnoten.

Was sind die Gründe von Google für das Ende des Readers? An der Akzeptanz der Nutzer kann es wohl kaum liegen. Google geht wohl davon aus, dass viele nach dem Ende des Google Readers nicht auf andere Plattformen umziehen werden. Es soll aber eine Exportmöglichkeit für die Daten des eigenen Google Readers geben. Ziehen die RSS-Intensivnutzer also zu anderen Webangeboten um, dann würde Google viele dieser Intensivnutzer für viele Stunden in der Woche verlieren. Google ist eigentlich bestrebt, Nutzer der Suchmaschine so lange wie nur möglich auf den eigenen Seiten zu halten. Dafür spricht die Ausweitung der Suchmöglichkeiten über Universal Search und die Einbettung von Wikipedia-Texten und zentralen Textstellen von großen Webpräsenzen bei bestimmten Suchanfragen. Offensichtlich geht man bei Google davon aus, dass viele Nutzer auf RSS verzichten und stattdessen stärker wieder über die Standard-Suchmaschine oder die News-Suchseite nach Neuigkeiten Ausschau halten. Solche Nutzer sind wohl für die Werbeangebote bei Google interessanter, als die Nutzer, die sich stark auf den Nachrichtenstrom unterschiedlicher Webangebote konzentrieren.

Ob diese Einschätzung aufgeht, bleibt abzuwarten. Für die Suchmaschinen-Optimierung heißt das Ende vom Google Reader allerdings, dass man sich stärker des Trends bewusst sein muss, dass alles darauf ankommt, für die zentralen Begriffe eines bestimmten Angebots auch vorne auf der ersten Universal Search-Seite zu erscheinen. Hat man hingegen Kunden und Interessenten überzeugt, dass sie auf der eigenen Seite nützliche Informationen vorfinden, dann sollte man diesen weiteren Möglichkeiten bieten, Informationen regelmäßig zu bekommen. Technisch versierte Nutzer werden wohl weiterhing großen Wert auf RSS legen, andere Nutzer muss ein entsprechendes Angebot auf anderen Weg gemacht werden. Hierfür kommt der etwas altbacken wirkende Newsletter in Frage. Neuere Formen setzen darauf, dass man einen überzeugenden Nachrichtenstrom auf sozialen Netzwerken wie Facebook anbietet. Würden die Nutzer dann tatsächlich auf Facebook oder auf andere Konkurrenzprodukte zu Google wechseln, dann hätte sich die Entscheidung gegen den Google Reader als kontraproduktiv erwiesen. Aber noch hat Google Zeit, seinen Fehler zu korrigieren und den Google Reader erhalten, möglicherweise um (Werbe)-Komponenten, die für Google auch Vorteile bieten.

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