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Kann die neue Facebook-Suche Google Konkurrenz machen?

Noch gibt es sie nicht, die neue Facebook-Suche, doch bereits im Vorfeld stößt sie auf starkes Interesse. Das könnte schlicht daran liegen, dass die gegenwärtige Facebook-Suche zu allem nur nicht zum Suchen geeignet ist; aber es wird auch gemunkelt, dass die neue Facebook-Suche Suchmaschinen wie Google überflüssig machen könnte. Das hätte dann natürlich auch Konsequenzen für die Suchmaschinen-Optimierung, doch zum Glück für dieses Geschäftsmodell kann hier Entwarnung gegeben werden. Die Branche der Suchmaschinen-Optimierung hat schon viele Wandlungsprozesse durchlaufen und wird wohl auch die neue Facebook-Suche weitgehend unbeschadet überstehen.

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Kann die neue Facebook-Suche Google Konkurrenz machen?

Gegenwärtig kann man unter https://www.facebook.com/about/graphsearch erst einen Schnupperblick auf die neue soziale Suche, den sozialen Graphen, werfen. Doch in Zukunft sollen dort echte Anfragen möglich werden. So soll man beispielsweise abfragen können, wer von den eigenen Freunden in Berlin (oder in irgendeiner anderen Stadt) gerne Fahrrad fährt. Wohnt man in Köln und plant einen Fahrradtrip nach Berlin, dann könnten diese Informationen hilfreich sein, allerdings nur, wenn man davon ausgeht, dass man Freunde in Berlin hat, diese auch gerne Fahrradfahren und dieses auch in ihrem Facebook-Profil irgendwo erwähnen. Diese Einschränkungen sind also zu beachten, sie führen praktisch zu dem Ergebnis, dass man eine Facebook-Suchmaschinen-Optimierung nicht gestalten kann, wenn man unterstellt, dass die Nutzer die neue Facebook-Suche eher unter dem Aspekt der privaten Recherche durchführen.

Allerdings könnten die Facebook-Nutzer auch eher allgemeinere Fragestellungen an den Graph-Search heranbringen. So könnte man beispielsweise nach Fahrrad-Händlern, Fahrrad-Werkstätten oder Fahrrad-Freizeitmöglichkeiten in Facebook suchen. Hier wäre es von Vorteil, wenn die entsprechenden Anbieter auf Facebook präsent wären, dort auch mit ausführlichen Informationen punkten und viele Links und Kommentare gewinnen könnten. Anzunehmen ist nämlich, dass nicht die On-Page-Optimierung ausreicht, um ein gutes Ranking bei der neuen Facebook-Suche zu bekommen. Facebook wird wohl die Angebote bevorzugen, die viele Fans und Linkes haben.

Hier wird schnell klar, dass die neue Facebook-Suche auf einem Auge blind bleiben wird. Facebook ist ein Wohlfühl-Netzwerk, die Nutzer berichtet über ihre Erfolge und schöne Erlebnisse. Probleme werden faktisch nicht erwähnt und es ist sogar verpönt, über sie zu sprechen. Facebook-Nutzer werden nicht krank, haben keine Schmerzen, brauchen sich über Auftragsrückgänge oder Arbeitsverluste nicht zu beklagen und ihre Chefs sind ihre Freunde oder werden erst gar nicht erwähnt. Folglich können sich echte Problemsituationen auch nicht in den Profilen der Facebook-Nutzer abbilden und entsprechende Suchanfragen können keine relevanten Ergebnisse bringen. Wer ein urologisches Problem hat, der wird wohl kaum auf Facebook nach einem Urologen suchen, weil er mit Sicherheit davon ausgehen kann, dass die Freunde mit urologischem Problem das in Facebook nicht erwähnen werden. Urologen können auf Facebook schon ein Profil und sogar eine Fanseite anbieten, ob sie aber viele echte Fans bekommen werden, muss bezweifelt werden.

Wer also auf alle Möglichkeiten seines Handels Einfluss behalten möchte, der wird auch auf traditionelle Suchmaschinen zurückgreifen müssen. Facebook hat dies auch begriffen und bietet als Ergänzung der neuen Suche das Anfüllen fehlender Suchergebnisse mit Ergebnissen der Suchmaschinen BING an. Für die Vereinigten Staaten mag dies eine sinnvolle Entscheidung sein, im deutschsprachigen Raum konnte diese Suchmaschine und entsprechende Konkurrenzangebote zu Google bisher nicht Fuß fassen.

Suchmaschinen haben auch einen Vorteil in dem wenig persönlichen Zuschnitt der Auswertung von Webseiten. Man kann sich beispielsweise darauf verlassen, dass man bei der Auswahl eines technischen Hilfsmittels (Computer, Unterhaltungselektronik usw.) kaum die Suchergebnisse durch die Linkes aus dem Freundeskreis beeinflusst werden. Schließlich will man das Gerät kaufen, das am besten zu den eigenen Bedürfnissen passt und nicht das Gerät, was die Freunde für ihre Bedürfnisse als angemessen empfinden. Es fehlt der Suche in sozialen Netzwerken also nicht nur an der Themenvielfalt (nur Wohlfühlthemen bilden sich im Netzwerk ab), es fehlt auch die angemessene persönliche Bedürfnisberücksichtigung. Die bekommt man auch nicht bei Suchmaschinen wie Google, aber das war auch schon vor der Suche klar. Suchmaschinen-Optimierer brauchen sich also keine Sorgen zu machen, ihr Geschäftsmodell hat noch eine lange Erfolgsperspektive vor sich.

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