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Top Ranking? Neue Top-Level-Domains und Suchmaschinen-Optimierung

Jeder Webmaster kennt sie und jeder nutzt sie: die Top-Level-Domain, der letzte Bestandteil der Domainadresse hinter dem letzten Punkt. Bisher waren nur Top-Level-Domain wie .com oder .de geeignet, die Suchmaschinen-Optimierung zu fördern. Doch die internationale Vergabestelle für Domain-Adressen hat neue Top-Level-Domains ermöglicht und die Suchmaschinen-Optimierung wird sich mit den Chancen und Gefahren der neuen Top-Level-Domains beschäftigen müssen. Ob solche Top-Levels aber ein Top Ranking anbahnen können, muss zweifelhaft bleiben.

Zuständig für die Top-Level-Domain ist die ICANN, die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers. Bis vor weniger Jahren war diese „Behörde“ sehr zurückhaltend, was Top-Level-Domains anging. Nur die Länder-Domain-Adresse wie .de und .at und einige wenige generische Fachbegriffe wie .com .org usw. waren denkbar und notwendig. Für die Suchmaschinen-Optimierung war es daher sehr einfach mit der Frage nach der richtigen Top-Level-Domain umzugehen. Für lokal, regional und überregional tätige Anbieter wurde die Länderkennung empfohlen, für international tätige Unternehmen konnte man kaum um die .com-Adresse herumkommen.

2011 war es dann soweit, neue Top-Level-Domains konnten bei der ICANN beantragt werden. Allerdings ist das Registrieren von neuen Top-Level-Domains mit erheblichen Kosten verbunden und nur sehr große Unternehmen und sehr große regionale Verbünde (Bundesländer oder Großstädte) können es sich überlegen, eine neue Top-Level-Domain zuzulegen. Problematisch ist auch, dass die bisherigen Bemühungen um Suchmaschinen-Optimierung durch eine neue Domain-Adresse gefährdet werden. Denn Google und Co. dulden keine doppelten Inhalte und man kann nicht einfach die alten Inhalte auf einer zusätzlichen Domain-Adresse anbieten. Eine neue Top-Level-Domain kannibalisiert also die guten Suchergebnisse auf der alten Domain, wenn man dort neue Inhalte anbietet. Aus der Sicht der Suchmaschinen-Optimierung kommt also nur eine Umleitung der Inhalte in Frage, Verbesserungen im Ranking weil dann möglicherweise ein Keyword in der neuen Domain-Adresse vorkommt, sind nicht unbedingt sehr wahrscheinlich.

Trotzdem wurden annähernd 2.000 Bewerbungen für neue Top-Level-Domains gestellt. Nun geht die ICANN zur Prüfung dieser Vorschläge über und muss sich überlegen, ob sie wirklich einen Wirrwarr von hunderten neuer Top-Level-Domains hinnehmen möchte. Problematisch ist auch, dass es für so populäre Top-Level-Begriffe wie .gay viele Bewerber gibt.

Aus der Sicht der Suchmaschinen-Optimierung heißt es also weiter abwarten, wenn es um die neuen Top-Level-Domains und das Top Ranking geht. Es wird sich erst sehr langfristig zeigen, ob Top-Level-Domains wie .bayern oder .gay von den Internet-Nutzern angenommen werden. Diese geben sowieso nur selten eine Domainadresse in die Adressleiste ihres Browsers ein, um auf einen bestimmten Inhalt zu kommen. Einfacher ist es da, eine Assoziation des Begriffs bei einer Suchmaschine wie Google einzutippen. Die findet dann schon die relevanten Inhalte und die stehen fast immer ganz oben. Die Top-Level-Angabe wird dann nicht mehr als relevant angesehen. Also entscheiden am Schluss die Suchmaschinen, was mit den neuen Top-Level-Domains wird. Suchmaschinen-Optimierung für bestehende Domain-Adressen macht also jetzt Sinn, Investments in neue Top-Level-Domains sind eher mit Vorsicht zu handhaben.

1 Gedanke zu „Top Ranking? Neue Top-Level-Domains und Suchmaschinen-Optimierung“

  1. Vielen Dank für diesen Beitrag. Wir sind der Meinung, dass neue TLD’s absolut ungeeignet für SEO sein werden. .eu und .info existieren seit einer halben Ewigkeit, dennoch sind sie für SEO (fast) nicht zu gebrauchen. Die neue TLD’s werden im Nirvana verschwinden.

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